| Balz Weber, Bachenbülach |
Am 13.04.02, dem ersten Swisspower Cup (ex Strom Cup) in Wynigen wollte Balz es wissen und schaffte den sensationellen 1. Rang in der U23 Kategorie (unter 23 Jahren), zusammen mit Thomas Kalberer aus der Elite! Am 20.04.02 dann am 2. Swisspower Cup in Volketswil sorgte wieder Thomas Kalberer für den ersten Podestplatz der Elite Kategorie. Balz Weber fuhr in den ersten Rängen mit und beendete mit dem 8. Rang in der U23 Wertung. Balz Weber zeigt seine Krallen - der sympathische junge Fahrer aus Bachenbülach (Jg. 1981), wehrt sich erfolgreich gegen die grosse, starke Konkurrenz und verweist sie oft in die hinteren Ränge. Bekannt als starker und technisch versierter Fahrer ist er schon seit einigen Jahren. Offensichtlich hat er diese Fähigkeiten durch kontinuierliches Training und viel Biss weiter optimiert. Ebenfalls durch die Arbeit im superstarken Arrow Team kommt nun der Erfolg und gibt seinem Konzept recht! Ich wollte mehr von Balz wissen, über seine Pläne, seine Einschätzung und seine Ziele - hier ein Auszug aus dem spontanen Interview vom 24.4.2002: Adi: Balz, ich gratuliere zum ersten Rang am ersten Swisspowercup in Wynigen - war das eine einmalige Show ? Balz: Ich glaube nein, denn ich habe hart gearbeitet und fühle mich in Topform für 2002. Der Erfolg in Wynigen gibt mir recht, ich habe alle anderen abtröchnet, obwohl ich den letzten Startplatz von rund 160 Fahrern zugeteilt erhielt. Adi: Tolle Leistung, Helm ab....aber wie positionierst Du Dich im Vergleich mit der heutigen Schweizer Elite - kannst Du da längerfristig mithalten? Balz: Ich denke schon, natürlich braucht es weiterhin viel optimales Training - da bin ich nicht naiv; aber es ist für mich möglich, die gleichen Zeiten wie die Elite zu fahren - und das aus der hintersten Position! Sowas gibt mir schon Schub. Adi: Wenn das so weitergeht, was sind Deine Pläne für die nächsten Jahre? Balz: Hoch im Kurs dieses Jahr sind bei mir die Qualis für EM und WM. Das sind echte Herausforderungen. Adi: Siehst Du gute Chancen für Dich an den Qualifikationsläufen ein Ticket für EM oder WM herauszufahren ? Balz: Die Chancen sind da und ich werde sie packen. Ich bin in Topform und habe ein ebensolches Team im Rücken, das mich stützt. Adi: ...und in den nächsten Jahren, was ist das grosse Ziel ? Balz: Natürlich die Sommerolympiade 2004 in Athen. Das ist ein Megading und das wäre ein absoluter Höhepunkt für mich...aber da gibts auch jede Menge Qualis die ich zuerst schaffen muss. Adi: Training, Sponsoren, Job und Finanzen sind sicher nicht einfach unter einen Hut zu bringen - wie machst Du das? Balz: Na ja, ich wohne noch bei den Eltern in Bachenbülach, sie unterstützen mich wo es geht. Adi: Tönt ganz interessant, aber wie sieht es mit finanziellen Sponsoren aus? Da ist man in der Schweiz eher zurückhaltend, oder ? Balz: Natürlich gehts nicht ums grosse Geld. Aber z.B. das Arrow Team organisiert vieles, auch Trainings im Ausland etc. Da komm ich schon voll auf meine Kosten. Die Konkurrenz ist gross, der Mountainbike Sport ist hart umkämpft und die grossen Gelder sind eben spärlich zu finden. Adi: Da hoffe ich aber, dass sich mit Deinen Erfolgen einiges an Deiner Bilanz ändern wird! Du hast das Training noch nicht erwähnt - was ist Dein Aufwand? Balz: Tja, so an die 15 Stunden pro Woche, inklusive Rennen gibt das schon. Das wären so ca. 400- 500 km pro Woche, die ich vor allem auf der Strasse trainiere. Technik und Kraft mach ich im Gelände (Bikepark) oder im Kraftraum. Ebenso wichtig ist die richtige Ernährung und ein gutes Trainingsprogramm! Adi: Gibt es etwas, was Du ändern würdest im schweizerischen MountainBikeSport? Balz: Klar, was mir schon stark negativ aufgefallen ist, sind die unprofessionellen, sprich schlecht organisierten Weltcuprennen in der Schweiz. Leysin zum Beispiel war echt fraglich. Für die Fahrer baufällige Hotels, kein Frühstück (!) und schlechte Stimmung. Die Strecke war überhaupt nicht zuschauerfreundlich. Moderne Strecken sollten im Kleeblattformat angeordnet sein, wo die Fahrer oft am Zentrum vorbeifahren. Die Fans wollen nicht kilometerweit gehen, sondern Fun und Action haben. Das würde den Sport sicher auch wieder aktueller machen. Adi: Und Privat - wer bist Du wenn Du nicht auf dem Bike sitzt ? Balz: Ich schätze das Wasser sehr, schwimmen im Rhein zum Beispiel, ist für mich ein schönes Erlebnis. Aber auch Snowboarden gehört dazu. Ich bin Single, öfters mal irgendwo unterwegs und höre gerne Sound im Stil Crossover und New Metal. Adi: Vielen Dank, Balz für das Interview und weiterhin Happy Trails!
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