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Balz Weber, Bachenbülach

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Neu vom Weltmeister

The Balz Weber Page

9.9.03 Im Gespräch mit Balz Weber, Weltmeister U23

Adrian Birrer hat Balz Weber in Denis 2 Radshop in Bülach angetroffen - Balz putzte mit einem öligen Lappen an seinem Fully XC Ten von Arrow herum.

Adi: Gratuliere Weltmeister, bisch en geile Siech!

Balz: Danke....

Adi: Balz, an was hast Du gedacht vor dem Weltmeisterlauf?

Balz: Ich war sicher nervös und dachte mir, dass der Start entscheidend wäre - aber tatsächlich war ich bereit es so zu nehmen wie es kommt.

Adi: War es ein Massenstart?

Balz: Nein, es wurde je nach Wertung der letzten Rennen in Reihen gestartet. Ich war in der vordersten Linie mit ca. 9 Fahrern und dahinter kam die zweite Welle. Ich kam dann nicht schlecht weg, unter den ersten 10 ging ich in die erste Runde - dennoch, es war ein rechtes Hickhack um die Positionen.

Adi: Du hast Dich gut vorgearbeitet - war da Taktik im Spiel?

Balz: Nicht unbedingt, ich fuhr einfach mein Tempo nach Gefühl. Und das ging ganz gut - ich kam stetig nach vorne. In der zweiten Runde zog ich etwas an, da die Spitze weiter vorne lag - ich wollte den Anschluss nicht verlieren. Fumic und Filippi kamen mir da schon sehr nahe. Fumic stürzte kurz und fiel zurück, Filippi musste etwas kürzer treten. So konnte ich wegziehen.

Adi: Das war in Runde 4 - haben das Deine Beine durchgehalten?

Balz: Fast nicht - plötzlich beim Anziehen am Hang, zog es im Oberschenkel - es Chrämpfli...in solchen Situationen gibt es nur eins - etwas Druck weg, Kadenz erhöhen und durchtrampen. Dazu hab ich etwas mehr Pedalzug gegeben, das nützte und ich kam drüber weg.

Adi: Alvarez lag gut im Rennen, wie hast Du überholt?

Balz: Es gab einige enge Kurven hinauf, mit Traktorspuren am Rand...ich überholte ohne Kontakt zu haben.

Adi: Dann aber kam Fumic wieder!

Balz: Meine Streckenposten haben mir das signalisiert. Er kam auf 5 Sekunden an mich ran - in der 6. Runde. Er hatte sich vom Sturz erholt und wieder nach vorne gekämpft. Ich meinerseits hatte meine Krise überwunden und fuhr mein Tempo. Ich war drauf gefasst, dass er mich überholen würde. Dann wurde der Abstand mit 10 Sekunden, dann mit 20 angegeben. Am Schluss hatte ich 37 Sekunden Vorsprung rausgeholt.

Adi: Ohne Deine Verbeugung auf der Ziellinie hättest Du noch mehr gehabt...

Balz: Ja, aber ich hatte den Sieg in der Tasche und das zählt.

Adi: Dein Fully, ein XC Ten von Arrow, Modell 2004, ist schwerer als Hardtails, - wieso fährst Du damit?

Balz: Es ist genau 10,6 kg schwer - ca. 1kg schwerer als die Anderen. Und dazu ein Serienbike - von der Stange sozusagen. Die Vorteile eines Fully wiegen jedoch mehr auf; da ist erstens die bessere Bodenhaftung und zweitens hat man das Gelände mit diesem Bike besser unter Kontrolle. Das alles wiegt 1kg Mehrgewicht auf.

Adi: Was genau ist schwer?

Balz: Es ist alles superleicht, aber das XC Ten ist ein Viergelenker mit Dämpfer - ziemlich stabil das Teil, darum auch das Mehrgewicht.

Adi: Mental bist Du locker an das Rennen gegangen, scheinbar. Wie locker warst Du wirklich?

Balz: Ich wusste, dass ich gut bin, ich kannte meine Fähigkeiten. Ich kannte das Bike, ich kannte auf der Strecke jeden Stein und jede Kurve. Somit war es nur noch die Tagesform die entscheidend war - etwas, auf das ich kurzfristig keinen Einfluss habe - und so konnte ich mich mental auch darauf einstellen und es einfach geschehen lassen.

Adi: Zu welchem Profiteam gehst Du jetzt?

Balz: Tja, das ist zu früh zu sagen - ich habe konkrete Angebote von internationalen Profiteams erhalten. Ein Ziel von mir ist es als Profi zu fahren. Noch ist aber nichts entschieden.

Adi: Dann wird man Dich bei Denis 2 Rad Sport in Bülach nicht mehr antreffen?

Balz: Das nicht gerade, ich fühl mich wohl hier und vielleicht würde Denis mir auch eine kürzere Teilzeitstelle anbieten - sozusagen als Abwechslung zum Training vielleicht...

Danke Balz für das Interview und viel Erfolg als Profi!


5.9.03, WM Tessin: 

Gold für Balz Weber U23

Balz Weber hat einen Traum wahrgemacht - er fuhr heute am U23 Weltmeisterlauf im Tessin auf das Gold-Podest.

Der Augenzeuge Denis Birrer berichtet von einer dramatischen Aufholjagd bei welcher Balz Weber seine absolute Spitzenklasse bewies. Die 42 km lange Strecke bewältigte der Bachenbülacher U23 Fahrer aus dem Arrow Swiss Bike Team in 2:09:30 Std. Der anspruchsvolle Rundkurs musste 7 mal gefahren werden.

Laut Berichten war Balz Weber nervös an den Start gegangen, obwohl er keinen Titel verteidigen musste. Dennoch, ein grosses Ziel von Balz ist es in einem internationalen Profi Team zu fahren - und diese fokussieren sich auf Erstplatzierte - das ist Erfolgsdruck genug.

Die Strategie wollte sich Balz Weber während des Rennens zurechtlegen - obwohl; die Streckenführung erlaubt keine grossen Überholmanöver, also war schon ein guter Start das Wichtigste von Beginn weg.

Tatsächlich ging er im Pulk von 86 Fahrern als 10er über die Startlinie. Kämpfte sich in der ersten Runde bereits zum 3. Platz vor. Lag in der 2. Runde bereits hinter dem erstplatzierten Spanier Alvarez und fuhr in der 5. Runde knapp am Hinterrad des Leaders - um ihn während der 6. Runde zu schnappen. In der Folge musste Alvarez Staub schlucken.

Die Gefahr ging aber vom grossartigen und taktisch geschickt fahrenden Deutschen Fumic aus. Er näherte sich Balz Weber anfangs der 7. Runde auf knappe 5 Sekunden. Weber wäre nicht Weber wenn er nicht noch Reserve gehabt hätte! Brutal pulverisierte er den nahe aufgeschlossenen Deutschen ins Nirvana und distanzierte den Verfolger im letzten Teil der 7. Runde um volle 30 Sekunden!
DAS ist der schlagende Beweis für die ungeheure mentale und physische Stärke von Balz Weber, welcher im WM Profilager genauestens registriert wurde.

Ins Ziel schoss der Bachenbülacher bereits mit der grossen Schweizer Flagge. Ein Riesenghetto in den Rängen, unter den Zuschauern und Betreuern brach los. G O L D !

Balz war überrumpelt von seinen eigenen Gefühlen und diesem magischen Moment.

Das Teil von Balz Weber

Sein Rennteil, ein Arrow Fully XC Ten, Modell 2004, funktionerte technisch einwandfrei. Balz Weber war einer der Wenigen, die sich für den anspruchsvollen Parcour, ein Fully aussuchten. Er wusste, dass er sich auf diese Technik der Arrow Ingenieure verlassen kann - und recht hatte er.

Die Fully Technologie hat den Vorteil, dass das Hinterrad schneller wieder Bodenkontakt hat, da es vom Federbein immer wieder auf den Boden gedrückt wird. Früherer und mehr Bodenkontakt ist wesentlich um die Kraft auf den Boden zu bringen - ob in der Antriebsbewegung oder nach dem Sprung. Der Grip ist einfach besser, das Teil ist spurtreuer. Der geringe Nachteil des Mehrgewichts durch das Federelement und die Aufhängung ist offensichtlich vernachlässigbar.

+++ Ende Bericht WM Tesssin, 5.9.03 +++


+++ Beginn Bericht SM 19.7.03, Küblis +++

Pressemeldung: Zürcher Unterländer, 21.7.03:
"Der Bachenbülacher Balz Weber wiederholte an den Schweizer Meisterschaften in Küblis vom 19.7.03 seinen Sieg aus dem Vorjahr in der Kategorie U23".

Balz Weber: U23 - Schweizer Meister 2003 in Folge

Adi, der Webmaster der Büli Bike Tigers befragte Balz zu seinem Sieg an der SM03, seinem Training und zu seiner Zukunft.

Adi: Gratuliere zu Deinem erneuten Sieg in der U23-SM! Das war abzusehen oder?

Balz: Nicht ganz, da ich letzte Woche wegen Grippe mehrheitlich im Bett lag. Da bekam ich schon Bedenken wegen meinem Zustand. Aber körperlich war ich gut erholt und mental hat mir meine Mentaltrainerin geholfen. So fuhr ich diesmal ein Superrennen. Auch das Material war fantastisch!
Anmerkung Interviewer: Beim Interview im 2-Radshop von Denis Birrer in Bülach, hat Balz gerade sein Renn-MTB (das 2003 Fully von Arrow) zerlegt gehabt. Gutes Material muss gepflegt werden!

Adi: Du konntest also an die Erfolge vom letzten Jahr anknüpfen, so wie Du es Dir gewünscht hast.

Balz: Ja, das ist mir ausgezeichnet gelungen. Jetzt gilt es darauf aufzubauen - vor allem der Trainingsbereich ist wichtig. Mein Trainer Stefan Schütz baut mit mir mein individuelles Programm weiter aus. Er trainiert auch Barbara Blatter, aber sie hat ein eigenes Konzept. Dazu kommt, dass mein Mentaltraining bei Regina Keller (www.tools-for-change.ch) ein grosser Vorteil für mich ist. Nur schon zwei oder drei schlechte Renntage können mir mental zusetzen - ich komm dann schon mal ins Grübeln. Mit dem Mentalcoach kann ich das überwinden und bin psychisch fit für den Sport. Ich habe gelernt, Krisen zu meistern.

Adi: Mentale Stärke zählt im Spitzensport als Garant für Topleistungen - das hast Du am Wochenende gerade bewiesen. Machten Dir die anderen Fahrer nicht zu schaffen?

Balz: Ich kam gut weg, gleich in die Spitzengruppe und fühlte mich sehr stark. Florian Vogel hatte dann in der zweiten Runde Pech mit der Felge und musste aufgeben. Somit verblieben noch Till Marx und Lukas Flückiger welche ich beide über 1:36 Minuten distanzierte. Das Rennen war hart, die Strecke technisch sehr anspruchsvoll, so wie ich es vorziehe.

Adi: Nächster Jahr fährst Du in der Elite mit, wie siehst Du diesem Wechsel entgegen?

Balz: Meine Erfolge nähern sich diesem Level in grossen Schritten. Bereits heute kann ich mich sehr wohl in dieser Klasse vorne positionieren.

Adi: Wie läuft es dir an den Weltcups?

Balz: Ich komme vorwärts. Meine Position ist nach vorne gerutscht. In St. Wendel beendete ich noch als 49. das Rennen, in Fort William (Schottland) als 31. Das Arrow Swiss Bike Team konnte im kanadischen Grouse Mountain leider nicht dabei sein. In Mount Saint Ann (Kanada) konnte ich auf Platz 17 fahren und war nur 30" im Rückstand auf den 10. Rang.

Das nächste WC wird in Kaprun (A) stattfinden. Jetzt bin ich im Weltcup auf Rang 27 gelandet. Da habe ich mein Ziel anfangs Jahr auch mehr als erreicht - ich wollte unter die ersten 50 kommen.

Adi: Beeindruckend - indeed! Wie läufts mit der WM?

Balz: Da bin ich gut drin und denke, dass ich mich auch behaupten kann. Es geht mir noch immer um meine persönlichen Erfolge und taste mich in zweiter Linie an die Spitze heran. Wichtig ist aber der WM-Lauf in Rivera (TI) von anfangs September. Dieses Rennen wird (auch für U23) gewertet für die Olympia Qualifikation - und das ist eines meiner langgehegten Ziele!

Adi: Die Qualifikation ist ein heisses Eisen - das geht an die Nieren oder?

Balz: Wie gesagt, mentales Training ist ebenso wichtig wie körperlich topfit sein und Topmaterial zu fahren. Deshalb kann ich diese Belastung auch meistern.

Adi: Olympia ist ein Traum von Dir, oder?

Balz: Dieser Gedanke war vor Jahren zuerst ein Traum, dann ein Wunsch, dann ein langfristiges Ziel. Einige meinten damals, ja ja, wünsch Dir was Schönes...aber mittlerweile ist es greifbar - das ist für mich manchmal unglaublich!

Adi: Wie funktioniert denn die Qualifikation?

Balz: Wenn die Schweiz weltweit zu einem der 5 Topländer mit guten Fahrern zählt , dürfen 3 Schweizer Fahrer an die Olympiade (gilt auch für die Frauen). Sonst weniger...!

Die Topgesetzten Fahrer laut dem heutigen Rennstand sind sicher Sauser und Frischknecht. Dann komme ich knapp vor Bundi. Eine weitere Entscheidung wird in Rivera anfangs September kommen. Definitiv wird die Quali aber im Laufe des 1. Semesters 2004. Als guter Fahrer muss man eben auch konstant vorderste Ränge fahren um dabei zu sein.

Adi: Bist Du mit dem 'Arrow Swiss Bike Team' zufrieden? Wie läuft es neu unter Trek?

Balz: Mein Team ist super und unterstützt uns Fahrer mit Topmaterial, guter Betreuung und finanziert uns ausreichend. Leider können nicht alle Rennen besucht werden (z.b. Grouse Mountain in Kanada) was sicher schade ist.

Treks Geschäftsführer Europa, Tom Brown hat unser Team voll übernommen und führt es weiter. Dafür gebührt im grosser Dank, schliesslich sind damit auch hohe finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen. Wir können somit auch weiterhin Trainingscamps durchführen.

Adi: Und wie steht es mit Deiner finanziellen Situation?

Balz: Besser als letztes Jahr oder früher. Ich kann mir mehr Training leisten, muss weniger arbeiten. Den Job bei Denis Birrer 2-Radsport in Bülach habe ich aber immer noch. Erstes machts Spass dort zu sein, Denis gibt mir volle Unterstützung. Und zweitens hab ich dort alles um meine Rennmaschine in Schuss zu halten. Dennoch, finanziell kann ich jede Unterstützung brauchen - und sei es nur für Verpflegung und Unterkunft in einem Trainingslager!

Adi: Hmm, mal sehen, was wir von den Büli Bike Tigers da machen können...Wie siehst Du Deine Zukunft?

Balz: Meine Erfolge von diesem Jahr ausbauen, in der Elite nächstes Jahr vorderste Ränge fahren, in den Weltcup- und WM Anlässen mich weiter vorne zu positionieren und dann natürlich die Qualifikation für Olympia im Sack haben!!

Ich kann mir auch denken, irgendwann mal ein neues Team zu suchen, am liebsten eines das international fährt. So komme ich zu allen Rennen, auch international. Konkrete Anfragen habe ich aber noch nicht.

Adi: Vielen Dank Balz für Dein Interview - wir alle drücken Dir die Daumen für Olympia!

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Artikel vom Frühling 2003

Balz Weber schlägt die Konkurrenz um Längen - an den ersten beiden Swisspower-Cups distanziert er die Gegner um 2, resp. um 3 Minuten. Mit zwei Minuten Vorsprung gewann er in Basel Reinach sein erstes Saisonrennen und doppelte gleich nach in Winterthur am 13. April mit drei Minuten Vorsprung in der U23 Kategorie - und 1 Minute schneller als der Sieger der Elite!

Der letztjährige Gewinner des U23-Schweizermeistertitels in Wil darf stolz auf seinen Leistungsausweis sein.

Aufgrund der langen Aufbauarbeit der letzten Jahre (siehe Artikel 2002) ist Balz heute in der Lage, den Anschluss an die Weltelite zu meistern. Sein Training, seine Zäheit und die sehr gute körperliche Verfassung sind Garanten für eine Erfolgsstory. Für Balz ist klar, dass noch immens viel Arbeit vor ihm liegt, dass die Gegner das Letzte aus sich herausholen um ihn zu stoppen oder dass jederzeit eine Verletzung dies tut.

Dennoch orientiert sich Balz auf die Weltmeisterschaft in Lugano im September - dort will er sich einen Spitzenplatz erkämpfen. Auch kein Traum, sondern machbar sind die Challenges in Nordamerika, sofern er sich in St. Wendel (D) und Fort Williams (Schottland) behaupten kann.

Und dann wäre noch Athen 2004 - davon wagt Balz noch nicht zu denken - es sind noch so viele Etappen zu bewältigen!

Balz Weber arbeitet teilzeit bei Denis Birrer 2-Radsport an der Allmendstrasse in Bülach. Er ist dort beim Schrauben anzutreffen und freut sich auf einen kurzen Besuch!

Balz, wir von den Büli Bike Tigern werden Dich wo immer möglich unterstützen! All the Best für Deine Erfolge.

(Link auf Story 2002)


Fotos von Balz Weber nach seinem Sieg an der WM im Tessin, 5.9.2003


Bilder von Balz Weber zur Schweizermeisterschaft in Küblis, 19.7. 2003

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