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Die Bilder der Sieger! Philippe Gaston Matter ist noch auf der Strecke - ist aber auch ein Sieger! Klick aufs Bild für Vergrösserung
Die aktuelle Rangliste der Büli Bike Tigers:
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Freitag abend, 29. August - Gewitter, Getöse und Nass, nass, nass, wo war die vielgerühmte Schulser Bergwelt? Na ja, eine kleine Aussicht bestand; der Wetterdienst versprach Veränderungen -Schön, schön. Nach ausgiebig Spaghetti Bolo endlich das Telefon, dass die neuen BüliBikeTigers Trikots in Schuls angekommen sind. Sie gehen weg wie warme Weggli. Das hat gut geklappt. Im Zimmer die Rennklamotten säuberlich bereit legen - soll ich jetzt den Powergel vom Sponsor nehmen oder lieber die mitgebrachten - und überhaupt wieviel davon? Hält die Batterie vom Pulsmesser? Mit gemischten Gefühlen ins Bett. Samstag 30. August, 04:30 Uhr, der Wecker schrillt - ich habs fast erwartet. Ein Blick aus dem Fenster zeigt nichts, gar nichts, nur grau in dunkelgrau... Der Start für den 101km Lauf beginnt um 08:00 Uhr in Fuldera. Das ist in 3,5 h erst! Also Klamotten an, Regenjacke auch, Bike holen und runter zum Busparkplatz. Dunkel draussen, klamm, Nebelfetzen, es zieht kalt durch die Handschuhe. Dutzenden von Gestalten mit Helm scharen sich um Veloanhänger, im Scheinwerferlicht sehe ich volle und halbleere Busse. Ich reiche mein Arrow-Heaven in einen fast leeren Anhänger und setze mich in den Bus - gut besetzt - es riecht nach Dieselabgasen. Mein Sitznachbar ist aus Deutschland, kennt wie ich die Strecke nicht. Wir nicken im Sitzen ein - da ein Ruck, es geht los. Die Frage lautet "Wie wird das Wetter - treffen die Veränderung früh genug ein?" Nach den ersten Kurven die Erlösung - es hellt auf! Sterne, Bergspitzen sind erkennbar, verschwinden wieder in der Suppe. Die Fahrt nach Fuldera dauert 75 Minuten. Je länger sie dauert umso mehr Sonne an den Bergspitzen - Freude kommt auf; so macht ein Marathon richtig Spass! ...nur mag das Wetter sich halten? Fuldera Startpunkt für den101km Lauf. Ich höre von anderen, dass drei Bikes von Kollegen geklaut wurden diese Nacht. Verdammt fies - sie haben keine Chance Ersatz zu beschaffen. Letzte Vorbereitungen - was nehm ich mit? Rucksack und Biwak oder Full Monty? Ich entscheide mich für's Minimum, das sind das BBT-Trikot, Ärmlinge, Beinlinge, 6 Powergels und eine leichte Windjacke. Den ganzen Rest lasse ich im Effektensack zurück nach Schuls transportieren. Kurz vor dem Start noch immer eine WC-Kolonne von 10 Fahrer/innen vor mir. Ich muss aber abseilen, sonst geht das in die Hose unterwegs. Geschafft! noch 3 Minuten bis zum Start. Cool, es sind weniger als ich dachte am Start - ca. 100 FahrerInnen für den 101km. Angenehm im Gegensatz zum BikeMasters. Die Sonne bricht durch! Es wird warm, letzte Nebelfetzen ziehen vom Tal herauf. Über uns stahlblauer Himmel, kein Schnee in den Gipfeln - gut so, da Pass Chaschauna auf 2694 Meter liegt. Start - und langsam gehts los, hinter dem Töff her, welcher die ersten 3 km nicht überholt werden darf. Die Tour ist gestartet und ich bin mittendrin - ein gutes Gefühl! Es liegen rund 7-8 h Fahrt vor mir. Der erste Hoger ist Döss Radond 2234müM (596hm), so richtig schöner Aufstieg langgezogen das Val Mora hinauf Richtung Italien - die Grenze erkenn ich nur am italienischen Zöllner an einer Weggabelung. Danach Anlauf nehmen für den nächsten Hoger 'Valle Alpisella' nach Livigno. Die Verpflegung ist super, kein Rempeln nötig, alles im Überfluss vorhanden. Das Tal hinauf zum Pass Chaschauna - tatsächlich zum Davonlaufen - schieben und stossen - ich schalte in den Säumertramp um Energie zu sparen. Nach rund 45 Minuten (oder meh?) die italienische Flagge, es geht aber weiter hoch. Oben Bouillon, Salz und Orangen plus ein Powergel. Ganz oben nehm ich mir eine Minute und geniesse das herrliche Panorama - immerhin bin ich auf fast 2700müM! Der Abstieg durch tiefe Furchen ist teilweise nicht fahrbar - oft rutsch ich mit dem Bike im Arm den steilen Hang hinunter - das geht in die Knie und Beine! Endlich unten, das Val Chaschauna empfängt mich mit Bach und grünen Matten - eine Wohltat! Und wie das fägt! Full throttle auf dem Kiesweg, wers kann der slidet um die Kurven. Jetzt gehts für die nächsten 30 km nur bergab (fast). Wir wechseln uns ab mit Windschattenfahren dem Inn entlang. Dann der letzte Höhenzug - er beginnt harmlos bei Lavin. Andere Flussseite, der Hoger mit der TV-Antenne als erstes Warnzeichen. Graspiste, steil und zäh zieht sie das Profil an. Hoch nach Guarda - hier ist der Schellenursli daheim - und wie sie uns begrüssen! Mit den grössten Kuhglocken und Rätschen begleiten sie uns durch das heimelige Dörfchen - das stellt auf! Die Beine ertragen keine allzuheftigen Temperamentausbrüche mehr - ich reduziere aufs Minimum, aber noch ist Saft drin. Der Höhenweg führt leicht, aber konstant hinauf - wo ist dieses Ftan? Gehts endlich runter? Ist das Ftan dort? Die Beine und die Pumpe halten noch immer. Meine Maschine macht alles ohne Klagen mit - go Baby go, die letzten Kilometer! Mein Tacho zeigt schon 99km! Das war's oder? Nochmals dreh ich auf, Vollgas, oder was noch übrig ist, und rein in die Kurven. 101km, wo ist das Ziel? ich bin noch voll im Hoger drin, Schuls noch nicht mal zu sehen - Shit, das nervt! Ein Einheimischer ruft, 'Schau da unten ist Schuls, es gaat abe!' Endlich der Downhill nach Schuls ist erreicht. Doch der Trail verlässt die Kiesstrasse, wird steinig, steil, steiler, muss laufen und tragen! Wollen die das wirklich? Plötzlich eine Downhillschanze im Trail - da stimmt was nicht! 50 Meter zurück auf den nächsten Kiesweg - tatsächlich die Abschrankung ist weggerissen, fast nicht zu sehen. Weiter unten in der Kurve Fahrer - also jetzt Vollschnaps auf dem Kiesweg! Schnell ist Schuls erreicht, Kopfsteinpflaster, nur ja kein Sturz hier - über die hohe Brücke nochmals Volle Pulle, muss rufen, die Fussgänger springen beiseite. Über die Rampe mit 7:09 und Rang 24 in der Kategorie Herren Fun Senioren 101km bin ich sehr zufrieden mit mir. Später erfahre ich, dass ich nach Schuls runter die Downhillstrecke von Claudio Caluori erwischt habe.... Mäse ist schon da, die anderen ohne Bike auch, ich hau gleich mal ein Bier rein. Die anderen von der grossen Strecke trudeln bei meinem zweiten Bier rein und zusammen prosten wir uns bei mehr Bier zu. Wir sind stolz auf uns und auch auf unsere schönen Büli Bike Tiger Shirts! Happy Trails Adi |