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BBT auf LaPalma

Bericht von Philippe Matter

1. – 8 April 2011


Tag 1, Anreise

Nicht wie sonst üblich um 09:00 nein um 4:30 Uhr war Treffpunkt bei der Post und siehe da, es trafen alle pünktlich ein….alle? Hm wo ist Mäke? Kurzer Anruf zu Hause und schon war klar der Tiger hatte verschlafen!

Um 05:30 waren dann alle beisammen und eingechecked, die Reise nach La Palma via Berlin konnte beginnen.

Mit etwas Verspätung erreichten wir am frühen Nachmittag St.Cruz de La Palma. Dort wartet schon unser Fahrer mit Profianhänger. 30 Minuten Fahrzeit einmal hoch, durch den Tunnel und dann wieder runter auf die Westseite der Insel und schon waren wir in unserer Lodge in Mitten von Los Llanos de Aridane.

Die Zimmer kaum bezogen wurde sogleich mit dem Zusammenbau der MTBs begonnen, denn schliesslich wollten wir noch eine kleine Runde machen.

Nach einer knappen Stunde ging es los. Einmal durch Los Llanos um gleich von Hochpleateu runter nach Tazacorte ans Meer zu fahren. Ein wunderschöner kleiner Ort mit dem einzigen Sandstrand auf der Insel. Obschon es erst Anfang April war vergnügten sich schon einige Leute im Atlantik! Wir zogen es vor zu einem grossen Bier drei Tapasplatten zu probieren. Herrlich. Dann beim Aufstieg nach Los Llanos lagen diese schmackhaften Tapas mit dem Bier schon ein wenig schwer auf. Na ja die BBTs werden eben auch nicht älter.

Fazit: vielleicht 6 km und 300 Hm.


Tag 2 West – Ost Überquerung und zurück.

Nach einem stärkenden Frühstück mit einer genauen Brötchen Rationalisierung, die kleinen zum Zmorge die etwas grösseren für Unterwegs (ja unser Guide achtete genau darauf) ging es los hoch in Richtung El Pilar. Es ging in einem mässigen Tempo hoch auf die Hexenebene, eine Lavasand-Ebene, schön grau / schwarz, ein wenig fordernd, denn fester Untergrund war das nicht. Das Wetter war ideal, Sonne von einem wolkenlosen Himmel bei moderaten Temperaturen. Nach einem weitern Asphalt aufstieg erreichten wir Pilar einen Pass wo es von Tagestouristen nur so wimmelte. Dort konnten wir unsere Brötchen essen und uns etwas in der Sonne ausruhen, bevor es weiterging, diesmal aber runter auf die Ostseite. Singletrails durch Pinienwälder, sehr schön. Auf halber Höhe ginge es abermals rauf wieder in Richtung Pilar. Bei diesem Aufstieg begegneten wir einer Gruppen von fetten Touristen die nichts besseres wussten als mit ihren Leihbuggies durch die Gegend zu rotzen. Einer Fahrerin gelang es tatsächlich ihr Fahrzeug von de Piste in ein Loch zu fahren. Ohne unsere Hilfe wären die wohl noch eine Weile dort stecken geblieben.

Wir fuhren hoch und oben abgekommen ging es über die Hexenebene runter in Richtung Lodge. Super flowiger Downhill bis kurz vor Los Llanos. Dort wurde bei der Bäckerei angehalten. Kaffee und Kuchen Stopp! Die Traditon will es so!

Fazit: 45km / 2000Hm ein paar Platten….

Es sei hier noch kurz dieser Samstag Abend beschrieben. Endlich fanden die BBTs es auch schön nach einem solchen Tag auch einen kulinarischen Höhenflug zu erleben. Franchipani war angesagt, Der Gourmet Tempel auf La Palma. Frederick hatte uns nicht zu viel versprochen es war vorzüglich. Essen und Wein und Bedienung. Was nach dem Essen kam, kann in Details, mangels Erinnerungsvermögen nicht mehr ganz wieder gegeben werden. Fragmentarisch war da die Koffer Bar dann noch eine Bar und eben diese Chupitos oder so….. Um 02:00 waren alle Tigers irgendwie im Bett und dann kann der Morgen danach…..


Tag 3, ….der Norden war es oder….?

Schon lange war es her seit wir uns so unwohl gefühlt haben, besonders der Schriberling. Es konnte unmöglich schon 08:30 sein …unmöglich. Wir waren ja alle noch soooo müde und noch nicht ganz Herr unserer Sinne.

Es gab kein Erbarmen beim Major Schädeli, wir hatten uns für dies Woche entschieden und das Motto hiess biken und nicht Rausch ausschlafen. Selber schuld.

Also Frühstück, anziehen, raus, auf’s Bike und Balance halten. Zuerst 300 Höhenmeter vernichten um dann auf der anderen Talseite gut 500 Hm wieder hochzufahren. Es muss wohl kein schöner Anblick gewesen sein. Irgendwie sind alle angekommen und der Alkoholgehalt im Blut hatte sich drastisch verringert was die Sache aber nicht unbedingt leichter machte! Zum Glück ging es einige Kilometer in einem gemächlichen Aufstieg auf dem Asphalt in Richtung Norden. Irgendwann hiess es rechts weg und einfach hochfahren. Zugegeben es ging immer etwas besser, aber nie wirklich gut. Unterwegs versuchte sich der Eine oder Andere daran zu erinnern wie viele dieser netter kleinen Gläser er wohl vergangene Nacht zu Munde geführt hat, weil im Laufe des Abends hört man irgendwann auf zu zählen.

Dann wurde dort oben irgendwo Halt gemacht, Tinizara hiess es, richtig. Aber war ja auch egal. Walti hatte seine Borat Hosen dabei und sorgte für die Unterhaltung.

Es ging von dort etwas runter um dann der Höhenkurve folgend durch einem wunderschönen Singletrail zu fahren. Es war sagenhaft schön! Einem Abgrund entlang mitten im Wald ging es steil nach oben. Dann mehr Singletrail und noch mehrTrails. Zu Schluss quasi in der Falllinie auf engen Serpentinen runter. Nicht sehr flowig dafür immer am Abgrund. Unten angekommen nahmen wir die 300 Hm nach Los Llanos bei herrlichen Sonnenschein in Angriff.

Nachtessen war gleich um die Ecke im Due Torre gleich um die Ecke. Pizza Pasta, eine Neuentdeckung von Mäse und Fred..

Fazit: Nach einer durchzechten Nacht ist anderntags aller Anfang ist schwer, km und Hm ..egal!


Tag 4, Pilar die steile Varinate, der Walti wollte es so

Übliche Morgenroutine, Brötchen ein- und verteilen. Keine Bananen mehr!!! Dafür der Mäke mit Monster-Müsli. Nur er beherrscht die Kunst soviel Müsli, Nüsse (Geheimmischung) mit frischen Früchten und einem Yogurth auf einen Suppenteller zu schichten ohne es beim Verzehr schlecht aussehen zu lassen. Chapeau! Aber so wie der den Berg hochfährt, hat es da etwas drin!

Also wieder hoch in Richtung Pilar nur diesmal über eine Lavafeld und dann die steile Variante. Was steil, sausteil!!!! Unaufhörlich sausteil!! Und dann war da doch noch der Sand auf der Hexenebene, als ob es nicht schon kräfteraubend genug war.

Diesmal war das Wetter nicht ganz so angenehm. An den vorangegangenen Tagen waren wir von den frühsommerlichen Temperaturen verwöhnt worden, so dass wir keine eigentlichen warmen Sachen mitgenommen haben. Entsprechend wurde der Mittagshalt kurz und ins Kino auf Pilar verlegt. Dort war windstill und wir konnten etwas über diese wunderschöne Vulkanisnsel erfahren. Leider half es nichts, wir mussten wieder raus und wurde von einem kühlen Wind in Empfang genommen., Den Grad entlang ging es in Richtung Reventon. Auf dem Weg dorthin gab es immer weder Wolken die über den Grad und unsere Köpfe flossen. Schön von weiten zuzusehen, mittendrin nicht so. Bei Reventon angekommen, kurzer Rat und ein paar Worte von Fred, denn der Kirchentrail sollte der ultimative Bremsen- und Balancetest werden. Serpentinen von oben bis unten. Anfänglich war der Trail sehr anspruchsvoll, umfallen verboten. „Stay on your Bike“ war das Gebot der Stunde. Im unteren Teil der Abfahrt war dann Freestyle angesagt. Kreuz und Quer konnten wir durch den Pinienwald fahren. Inzwischen wurden wir wieder von der Sonne gewärmt.

Am Fusse angekommen, eben bei der Kirche welcher den Trail seinen Namen gab, wurde eine Viertelstunde wieder aufgewärmt es war herrlich. Danach trennte sich die Gruppe, die einen um noch einmal hochzufahren und die anderen um in die Bäckerei zu gehen. Eine Stunde später waren alle heil und zufrieden in die Lodge zurück gekehrt. Dort wurde auf der Terasse g’sünnelet und diskutiert wie wir uns wohl des Nachbars Avocados bemächtigen können. Der Baum war voll mit fast reifen Avocados und der Eigner des Baumes liess die Früchte einfach dort…. Da musste etwas geschehen. Es geschah anderntags im Morgengrauen! Zugegeben die Früchte waren noch nicht reif aber sie sahen schön aus.

Fazit: Es geht auch ohne am Vorabend aufgetankt zu haben, viel besser sogar!


Tag 5, Trans La Palma

Gestartet wurde diesmal mit dem Taxi welches uns nach 90-minütiger Fahrt auf der Ostseite der Insel auf 2200 MüM brachte auf den Pico de la Nieve. Von dort ging es noch einige Höhenmeter hoch inklusive Tragpassagen auf den Kamm welcher uns den ganzen Tag bis an die Südspitze von La Palma bringen sollte. Hoch und runter tragen balancieren einmal auf Westseite,dann wieder auf die Ostseite und dies alles über den Wolken. Um uns rum waren sowohl westlich wie auch östlich nur Wolken. Ein Traum.

Eine lange Rast beim Rifugio Roques am Puntes des Roques und dann ging es weiter an Abgründen vorbei, eine lange Traverse auf der Westseite, ein paar Höhenmeter wieder hoch um dann zum Schluss den Sandsurftrail abzurocken, alles Singletrail bis runter nach Fuencaliente. Diese Trails waren der absolute Hammer. In der Zivilisation wieder angekommen, wie soll es anders sein, einkehren, und eine columbianische Omelette verspeisen. Dannach ging es in Gümmelermanier 24km runter „nach Hause“.

Es war der genialste Biketag dieser Woche. In Worten kaum zu fassen (siehe Bildgalerie). Gekrönt wurde dieser Tag indem wir uns wieder ins Frachipani, dem Gourmettempel begaben. So sollte jeder Tag sein!

Fazit: Verzauberte BBTs.


Tag 6, Rundum Pilar mit Slidrock

Aufstieg Pilar, déjà vu, mit gemütlichem Lunch in der Sonne. Danach ging es weiter hoch auf eine wunderschöne Panoramaroute rund um El Pilar. Oben angekommen war wieder einmal sünnele angesagt. In Mitten von Piniennadeln lagen wir und genossen die Frühlingssonne.

Von dort an ging’s nur noch bergab und zwar in einem erstarrten Lavastrom. Wie oft diese Woche war das Gebot der Stunde „Stay on your bike“. Im unteren Teil ging es noch einmal richtig zur Sache was Technik und Fahrlinie anging. Zu guter Letzt war der Slidrock an der Reihe. Ein ausgetrockneter Flusslauf. Schön ausgewaschene Felsen mit tiefen Sandpassagen, wo ab und an mal ein Rad darin stecken blieb und der Fahrer sich übers MTB verabschied. Es war eine ganz andere Fahrtechnik als noch bis dorthin. Sehr schön.

Wir waren alle erstaunt, dass es die ganze Abfahrt keinen Platten gegeben hat. Kaum hatten wir den Satz von den Lippen, fuhr der Walti in einen Scherbe! Super! Die Tagesstatistik war im Eimer!

Am Abend war dann Fischessen in El Remo bei einem schönen Sonnenuntergang angesagt. Ein wenig luftig aber wunderschön.


Tag 7 und zugleich der letzte Tag, ½ Trans La Palma

Noch vom Dienstag verzaubert, wollten wir unbedingt noch einmal die Abfahrt nach Fuencaliente machen. Diesmal ging es wieder hoch über das Lavafeld um dann in einem Zug auf gut 1850 MüM hoch zu fahren und zu laufen. Es waren harte Höhenmeter. Oben angelangt sünnele dann Singletrails mit allen Schwierigkeitsstufen und einigen Mutproben. Der Trail ist einfach der Hammer doch nur für geübte Fahrer sonst ist es nicht so lustig.

Fuencaliente der Ort mit dem Restaurant welches diese columbianischen Omeletten macht. Danach teilten wir uns. Die Einen wollten unbedingt noch den Sand-Surf Trail im einem flowigen Ride hinuter zum Leuchtturm fahren. Der Walti und ich hatten genug und fuhren die 24km auf direktem Wege zurück nach Los Llanos, diesmal in einem gemächlichen Tempo so dass wir noch etwas von dieser wunderschönen Insel sehen konnten.

Am Abend dann kam die Stunde von unserem Gastgeber, dem Siggi. Er dachte sich, mit den BBTs kannst du es ja machen, seine nagelneuen Paella Ausrüstung mit eben einer Paella einzuweihen. Noch nie zuvor hat er das spanische Nationalgericht gekocht. Die Paella war ausgezeichnet. Doch vorher gab es einen ausdehnten Apéro mit allen was wir im Supermarkt auftreiben konnten. Es war ein sehr schöner Abend unter Freunden, neuen Freunden und einen Geburtstags Kind (40!) aus Deutschland.


Tag 8, der Tag der Heimreise

Leider hiess es am anderen Morgen wieder die MTB flug-transport-taugich einpacken. Pünktlich wurden wir wieder von unserem treuen Fahrer abgeholt und auf die Ostseite der Insel an den Flughafen gefahren. St. Cruz de La Palma via Berlin nach Zürich wo wir, jedoch unser Gepäck nicht ankam. Da wir mit einer einstündigen Verspätung aus La Palma in Berlin angekommen sind haben wir nur noch ganz knapp unseren Anschlussflug nach Zürich erwischt. Der Zufall wollte, dass der Bruder von Mäse Frei der Pilot auf diesem Flug war und uns persönlich beim Einstieg begrüsste.

Fazit der Woche

La Palma ist eine Bikerinsel dass steht fest. Und mit dem El Porvenir haben wir eine Unterkunft wie wir sie uns kaum besser wünschen können. Ich habe den Eindruck, dass sich der eine oder andere unbekannte Trail sicher noch finden wird und wir diesen unbedingt ausprobieren sollten…..

Mit Fred haben wir einen lokal Matador. Er kennt all die schönen Trails und Aufstiege. Herzlichen Dank dass du uns so sicher und immer auf Vorsicht bedacht gelotst hast. Wir können uns keinen besseren Guide vorstellen.

Noch etwas ist mir aufgefallen, die Tigers finden, nebst dem Biken, langsam zu den anderen Vorzügen des Lebens, wie gut essen, dazu eine gute Flasche Wein und wenn es denn sein darf, einen Chupito. Wir werden eben älter.



Die La Palma Tigers 2011

Fred „Der Super Guide und lokal Matador“ Schädeli

Urs „Dr. Feelgood“ Güntensperger … Danke für die Füdlicème

Mäke „Müsliman“ Sutter

Cesi „Bergflo“ Cesal

Hans „…säg dr Eins“ Meier

Walti „Single“ Meier

Philippe „Redaktor und Guide Abschiesser“ Matter

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