Um es vorweg zu nehmen, in Afrika kann es im Dezember auch regnen obschon es Mitte Dezember Hochsommer ist.
Also der Reihe nach. Die Anreise war ganz einfach, in Zürich ins Flugzeug steigen und 11 Stunden später etwas weiter südlich aussteigen in Johannesburg. Der Austragungsort des Sabie Stage Race war in der Ortschaft Sabie, etwa 4 Autostunden östlic von Johannesburg kurz vor dem Krüger Nationalpark. In Sabie hatte Dr. Feelgood eine Lodge mit richtigen Zimmern organisiert. Ausser das es die trüben Tage über drinnen eher düster war, war die Lokalität sehr schön. Der Landlord ein Aussteiger aus Deutschland welcher obschon einen unverwechselbares Dschenglisch sprechend um keinen Preis auch nur eine Silbe in Deutsch mit uns sprechen wollte, Englisch war inzwischen seine Muttersprache.
Nachdem die Lodge bezogen war, so nach typischer Bike Manier (siehe Bilder) wurden unsere Miet-Velos geprüft. Na ja nicht eben die Racebikes wie wir sie uns vorgestellt haben. Dabei hatte der Vermieter noch nach Rahmengrösse gefragt, was eine gewisse Professionalität erahnen liesse. Es waren dann die 2 x Raleigh und einmal ein „Classic“ ein Gary Fisher Sugar 2! Fahrbar waren sie allemal aber ein wenig schwerer als gewohnt. Es half nichts, es gab keine Alternativen und nachdem sie Urs und Mäse instand gestellt hatten waren auch fahrbar. Es konnte losgehen.
Das Rennen erstreckte sich über vier Tage in Folge, wovon der letzte Tag ein Zeitfahren war. Gestartet wurde von einem Sportplatz etwas ausserhalb von Sabie. Einem Gelände umgeben von Wäldern. Diese Gegend um Sabie ist ganz der Holzproduktion verschriebne., Aus dem Holz zur Hauptsache Papier hergestellt.
1. Tag 80 km / ca. 1800 HM
Gestartet wurde in Gruppen von A-G wir waren als Rookies der Gruppe G zugeteilt, dies sollte sich aber bald ändern, für die eine Tiger-Gruppe! Diese erste Etappe war für uns BBTs eine neue Erfahrugn in einem völlig anderen Gelände. Sabie ist auf ca. 1000 MüM und ist sehr hügelig. Der Boden ist rot, lehmig und sehr steinig. Nach knapp fünf Kilometer hatte BBT Team 2 (Mäse & Gü) den ersten Platten so dass BBT Team 1 einmal, wenigsten einmal vorne wegfuhr! Dieses Hochgefühl dauerte eine knappe Viertelstunde.
Mein Partner, der Peter Duffy (ein Freund eines Freundes eben) war nicht sonderlich fit, vor allem war er gut 20kg zu schwer. Wir kamen voran. Für mich war es ein einfaches Rennen mit viel Wartezeit. Der Clou war, dass die Teammitglieder maximal 10 Minuten voneinander getrennt fahren sollten. In der Gruppe G wird viel geschoben, das MTB.
Am Ende des Tages wurden wir noch mit 30 Minuten Strafe belegt, so dass ein Vorrücken um wenigsten eine Stargruppe nicht möglich war.
Fazit Tag 1: Wenig geforderte BBTs aber beeindruckt von der Landschaft und Organisation.
2. Tag 80 km / 1800 HM, BBT Team 2 (GüMä) in Start Gruppe A
Es sollte der härteste Tag werden auch für mich, dem mein Partner musste nach 5 km aufgeben Sein Knie schmerzte. Er hatte sich am 1. Tag wacker geschlagen obschon er mit lädiertem Knie gestartet war. Das hiess für mich frei Bahn.
Auf sehr holprigem Untergrund ging es im Wald berghoch. Nach 2 Stunden erreichten wir die Baumgrenze. Von nun an ging es auf einer Hochebene immer höher und die Aussicht wurde immer schöner. Afrika ist ein grosses Land. Der Trail änderte sich von nur Schotter auf Schotter mit Gras, hohem Gras. Der Weg schien einfach nicht zu enden. Auf knapp 2200MüM gab es dann eine 2 Wasserstelle von wo die Aussicht wunderschön war. Knapp 3 Stunden (BBT 1) waren wir in dieser weiten Landschaft. Von da an ging es runter zurück nach Sabie. Fantastischer Downhill zuerst noch ein wenig flach über die Hochebene dann aber immer steilen und schnell durch den Wald.
Fazit Tag 2: 3 BBT Hintern die schmerzten! Auch waren die Beine müde.
3. Tag 70 km / 1600Hm oder so…..
Es lag Regen in der Luft. An diesem Morgen startete ich alleine etwas weiter vorne. Nach einem 2-stündigen Aufstieg erreichten wir die erste Wasserstelle wo es dann auch schon zu regnen begann. Noch ein wenig zögerlich aber dies änderte sehr bald. Es regnete in Strömen und zwar ohne Unterbruch. Die Wege verwandelten sich innert Kürze in kleine Bäche. Bald fuhren wir nur noch im Wasser. Leise hofften wir, dass dieser Platzregen sicher bald ein Ende haben wird aber eben in Afrika herrscht eine anderes Klima. Es sollte die nächsten 30 Stunden nicht mehr aufhören.
Nach jeder Pfütze oder fast schon See füllten sich die Schuhe immer mehr mit Sand. Die Downhills waren nur im Blindflug und mit gewagtesten Manövern zu meistern. Einige Hänge waren schlichtweg nur noch eine breite braune Rutschbahn. Es gab welche die Ihre MTBs in den Pfützen wuschen! Auch die Technik musste ihren Preis zahlen. Die Bremsbeläge waren unter solchen Bedingungen im Nu abgefahren. Von der Schaltung ganz zu schweigen. Die Augen brannten vom Lehm und Schmutz und überhaupt es war nicht mehr ganz so lustig. Auch unser Landlord fand dann die Badewanne auch nicht so lustig (siehe Bilder)!
Fazit Tag 3: Mäse und Urs konnten sich noch die letzten im Ort verfügbaren Bremsbeläge ergattern und die neuen BBT Trikots sind von der roten Erde kaum noch sauber kriegen.
4. Tag, Zeitfahren 24 km, 500 HM
Es hatte die ganze Nacht über geschüttet. Der Sportplatz war inzwischen von einer ca 3cm hohen Wasserschicht belegt! Die Helfer liefen all barfuss. Es war ja schliesslich Sommer!
Gestartet wurde in umgekehrter Reihenfolge, so dass ich schon ziemlich früh raus musste. Ich ging nach dem Ausfall meines Partners in der Wertung verloren so dass ich einfach mal hinten, respektive Vorne eingeteilt wurde.
Es sit nicht schön ein Rennen schon mit verspritztem Gesicht und nassem Hintern anzugehen. Nach dem Start ging dann sogleich durch einen Gaben, welcher bisher als solche gegolten hat. Nun war es ein 10 Meter breiter Bach / Fluss., braun rot gefärbt, Ton in ton mit unseren Trikots.
Zum Glück waren nur 24km zu bewältigen aber lustig waren diese nicht. Es war auch nicht mehr sommerlich warm.
Fazit Tag 4: das 2. BBT Trikot auch im Eimer und ein noch kaum mehr fahrbares Miet-MTB!
Es war in der Tat ein Erlebnis Sabie 2008. Landschaftlich einmalig schön. Alles in Allem ein gelungener Ausflug ans andere Ende der Welt. Wir waren übrigens die ersten Ausländer welche aus Übersee nur für diese Rennen hergekommen sind aber so wirklich wahrgenommen hat das niemand.
Mäse und Urs genossen danach noch drei Tage Sonnenschein im Krüger Nationalpark und haben herausgefunden, dass es dort auch ein Rennen (begleitet!) durch den Park gibt.
Wer weiss wohin es uns im 2009 für ein Rennen hin verschlägt…… to be followed!