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Gardasee, 8.-16. Mai 2004

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Aktueller Bericht von Philippe Matter, 6. Juni 2004

Gardasee 2004

Die BBTs are back!

Jedes Jahr um ein Jahr älter und auch verrückter?

Die diesjährige Anreise erfolgte in drei Gruppen. Die Samstag Gruppe hatte schon bei der Anfahrt gewisse Hindernisse (Gotthard) zu bewältigen, so dass nach der Ankunft um 20:00 eine kleine Tour ausser Frage stand. Besser erging es der 'Sonntag'-Gruppe.

1. Tag, 9. Mai, die Sonntagtour, oder nennen wir sie doch die Pizzatour!

Ja richtig. Erneut konnten wir es am ersten Tag nicht lassen unsere berüchtigte Steilwand zu erklimmen. Nur wollten wir in diesem Jahr weiter hinaus. Ziel war es, via Monte Velo, den Monte Stivo zu 'bezwingen'.

Der Pfad wurde zusehends unbefahrbarer und steiler, zu letzt sogar schneebedeckt! Kurz vor dem Ziel mussten wir wegen Unbefahrbarkeit und aufkommendem Nebel klein beigeben und umkehren. Dafür kamen wir beim Downhill voll auf unsere Kosten.

Welcome back!

Im Hotel zurück kamen gleichzeitig (zum Bier) auch Charly und Tschügge an. Nun waren wir vollständig.

Fazit 1. Tag: 1400 Hm, 36km Distanz und, ...... Stivo wir kommen zurück!



2. Tag 10. Mai.

Nach dem, für italienische Standards unüblich reichhaltigen Frühstücksbuffet, ging es vereint los nach Riva del Garda, in Richtung West. Dort erwartete uns eine steile Serpentine. Durchschnittssteigung ca. 12%. Nicht schlecht für über 40ger (sorry Tschügge)! Und dass mit der Beschaffenheit der Strassen verhält sich umgekehrt proportional zu der Höhe. Je höher je schwieriger zu befahren. Wir sollten unsere Lektion noch lernen.

Angekommen in Campi (gell Steffi nicht Campri) führte uns der Weg weg von der Zivilisation hoch und steil dem Bocca di Trat entgegen. Vorab hat uns Steffi vorsichtig gefragt ob wir es mit gut 500Hm auf 3 Kilometer aufnehmen können, wollen, wünschen ..... ?? Alles freiwillig. Klar haben alle gesagt! Wir fanden uns mit dem MTB auf dem Rücken über Schneefelder, inmitten von einem Bachlauf und auf sehr rutschigen Abhängen dem Pass entgegen zu sehnen. Klar der war auch schneebedeckt! Auf knapp 1600 MüM mussten wir uns alle warm anziehen und uns zu beginn mal zu Fuss, ja richtig, per Pedes auf den 'Downhill' machen. Nach knapp 10 Minuten konnten wir dann, abgesehen von einigen kleinen Schneepassagen die verdiente Abfahrt unter die Räder nehmen. Und dann war doch dieser kleiner Weg welchen wir mittels einer kleinen gelben Markierung am Baum gefunden haben. Hier muss wohl seit Jahren niemand mehr durchgegangen sein. Eine klare Situation für die BBT. Der Pfad ist für uns geschaffen. Na ja Dr. Feelgood fühle sich nicht so sehr wohl und hintersinnte sich nach seinen Beweggründen warum er sich immer wieder mit uns einlässt und sich immer wieder erweichen lässt. 'Voll Scheizen' ertönte es oberhalb vom Lago di Ledro. We are back!

Kurzum der Downhill war voll super. Fazit zufrieden Gesichter, blaue Bremsscheiben und ein Urs welcher über einen Baumstamm fiel. Leider gibt es hiervon keine Bilddokumente! Schade!

Den Lago di Ledro einmal umfahren mussten wir uns bei der Lokalbevölkerung um den Einstieg in den Sentiero Ponale erkundigen. Im vergangenen Jahr hatten wir ihn nicht gefunden. Diesmal hatte es geklappt. Nach gut einer halben Stunden hatten wir die Abfahrt bis runter an den Lago di Garda geschafft. Diesmal hat der Charly nicht geflucht. Er hat sich geschworen nicht mehr zu fluchen!

Fazit 2. Tag. Ein seliggesprochener Charly, 1700 Hm, 46km



3. Tag, 11. Mai, Tremalzzo, the return of the BBT!

Anders als im vergangenen Jahr fuhren wir nicht nach Limone mit dem Schiff, sondern starteten unserer Tour ins Tremalzo Massiv direkt vom Hotel aus. So hiess es erst mal 20 Minuten lang die MTBs zu schieben tragen und heben, um auf die alte Strasse nach Pregasina zu gelangen. Guten Mutes und bei sonnigen Wetter erreichten wir Pregasina. Von dort wurde der Untergrund zusehends penibler. Nach gut einer weiteren Stunde ereichten wir den Passo di Guil. Dort eröffnete sich eine fantastische Aussicht auf den Lago di Garda und die Bergwelt. Wir waren mitten drin. Auf Schotterpisten dem Grad entlang führte uns der Pfad auf dem Passo di Notta, unser Ausgangspunkt zur Erklimmung des Tremalzzo. Nach gut einer Stunde Anstieg auf, zum Teil, schwer befahrbarer Unterlage durchquerten wir den ersten Tunnel. An dessen Ende wurden wir von meterhohen Schneewänden empfangen. Es war, als ob wir mitten im Winter waren. Die schneebedeckte Schotterpisten brachte uns letzen Endes zum letzen grossen Durchstich. Auf dessen anderen Seite ein Bild wie im Winter! Schnee so weit das Auge reicht. Auf dem Pfad, mehr Matsch als Schnee. Da mussten wir durch, zum Passrestaurant. Dort angekommen hatten wir alle nassen Socken, ausser Andi. Er trägt ja nie Socken. Wie auch immer, wir hatten alle kalt. Noch vor einer Viertelstunde hatten wir alle noch den Schweiss auf der Stirn und jetzt hatten frohren wir. Die Wetterqualität nahm mit der Temperatur ab, so dass es zu beginn der Abfahrt zu regnen begann. Bravo!

Nachdem wir die ersten 500 Meter auf einem Schotterweg ins Tal hinter uns hatten, unterrichtete uns unser Statistiker und Medic, Dr. Urs Güntensperger über die aktuelle Temperatur von 7°C, also 1 Grad mehr als auf dem Pass. Überhaupt hielt uns Urs während dieser Tage stets über die technischen Daten wie Temperatur, prozentuale Steigung und Höhe auf dem Laufenden. So wurde uns immer wieder vor Augen geführt wie voll Scheizen wir sind.

Nach einer rasanten Abfahrt, auf welcher der Steffi von einem Plattfuss heimgesucht wurde, erreichten wir Limone. Während wir auf die Fähre warteten und uns über das Erlebte unterhielten, spendierte Urs der Gruppe ein Bier. Grazie und Prost!

Zu guter Letzt gesellten sich noch zwei Gesellen von unserem nördlichen Nachbarn zu uns und wollten uns in ihren sauberen Bikerhosen weismachen, dass sie auch auf dem Tremalzzo waren. Kaum, denn so sauber kommt keiner von da runter. Gümmeler und Schwätzer! Deutsche ebent!

Fazit: 2100 Hm, 80km und obendrein zufriedene Tigers


4. Tag, 12. Mai der Tag an dem wir eigentlich ruhen sollten.....

Ein Ruhetag gehört zum Training. Gesagt, getan. Heinz und Urs gingen in Thermalbad Tangas in Lederhaut schauen und der Rest wagte sich erneut nach Campi, gell Steffi, Campi, das ohne r!

Hier musste ich einige Passagen welche ich noch vor zwei Tagen auf dem Fahrrad bewältigen konnte, sie neben und diesem hinter mich bringen Also doch, der Urs hatte recht. Ich war irgendwie sehr müde und mein Körper konnte sich an diesem Tag zu keiner Höchstleistung motivieren.

In Campi angekommen beschlossen wir in Richtung Lago di Tenno zu fahren. Die Gruppe „ha no Saft i de Schlüch“ (Andi & Charly) erklommen noch so einen Hügel, eher lustlos. Charly hatte immer noch das Tagesziel 2000 Höhenmeter pro Tag! Ambitiös. Angesichts der Schneeverhältnisse konnten wir seinem Trainingsziel nicht vollumfänglich gerecht werden. Ein andermal Charly.

Der Rest ging zurück in Hotel und anschliessend in Arco shoppen. Auch schön!

Fazit: 1200 Hm, 45km und drei Paar neue Schuhe für Steffi (Jahresbedarf)


5. Tag, 13. Mai, die Easytour?

Ein nice ‚n easy Tour sollte es werden. Am Schluss hatten wir 1300 Hm und 60 Km Distanz auf den Zählern. Passabel für eine „Memmentour“.

Doch bevor wir die Tour antreten konnten durften wir uns an Heinz einwenig erfreuen. Nachdem er ein Ersatzrad organisiert hatte, eine Spezialspeiche des spezial Mavicrades war gebrochen. Nun hatte er das Rad und fuhr mit seinen Adiletten die Treppen vor dem Hotel hinunter. Dabei rutschte er vom Pedal so dass er bäuchlings runterfuhr. Dies wiederum bewog nun den Sattel unter der 90 Kilo Last so zu deformieren, dass Heinz abermals in den Laden musste sich diesmal einen neuen Sattel zu organisieren. Dabei entpupte sich Heinz als geschickter Einkäufer. 22 Euro für einen Titansattel. Gut gemacht Heinz. Ich habe mich köstlich darüber amüsiert.

Nun konnte es losgehen. Zu erst musste der Monte Brione herhalten. Lag er doch in unmittelbarer Nachbarschaft, hatten wir ihn bislang ignoriert und ihn nicht für voll genommen. Zugegeben, er ist umringt von viel höheren Erhebungen, so das er für die BBT keine sonderliche Herausforderung darstellt. Nach kurzen Zeit waren wir bereits oben und genossen den Ausblick. Wir wurden mit einem fantastischen Downhill belohnt. Andi, alles fahrbar.

Weiter führte uns der Weg via Arco in Richtung Lago di Cavedine. Dabei konnten wir noch einigen Freeclimbers zusehen. Die sind doch auch voll Scheizen, anders halt.

Am Lago haben wir unseren schnellen Singletrail wieder gefunden. Hammer! Bei dem konnten wir es nicht lassen und haben nach kurzen Aufstieg einen weiteren schnellen Trail ins Tal gefunden.

Auf der westlichen Talseite fuhren wir nun wieder in Richtung Arco wobei wir uns noch am Fischsee mit Glacé und Eistee erfrischten und ein kleine Pause einlegten.

Nach Arco ging es in 'Gümmeler'-manier mit Tempo 40 wieder zurück nach Torbole ins Hotel.

Fazit: Heinz mit neuem und schwererem Sattel immer noch uneinholbar schnell. Muss wohl an den heimlichen Trainingseinheiten liegen.


6. Tag, 14. Mai, Monte Altissimo (letzter Tag)

Wie letztes Jahr fuhren wir via Nago zum Fusse des Monte Altissimo, welchen wir dann auf der 15 km langen (1600 Hm) auf der geteerten Strasse erklommen. Kurz nach Ende der Asphaltstrasse empfingen uns nicht etwa sieben schöne Italienerinnen, sondern wieder einmal mehr eine Schneewand. Nach kurzer Besprechung machten wir uns auf den Singel-Trail Downhill nach Malcesine. Wie Schnellzüge hielten die einen Einzug im Dorfkern, so dass Tschügge und Steffi sich zuerst auf die Suche nach den Temposündern machen mussten, bevor sie das wohl verdiente Bier serviert bekamen. Nach zwei Bier (selbstverständlich pro BBT) und Fesperplatte ging es zurück nach Torbole, natürlich in gewohnter Sprintermanier.

Fazit: 60 km und 1800 Hm



Auch in diesem Jahr war uns das Wetter gut gesinnt. Wenn auch nicht ganz so schön und warm wir 2003. Leider hat uns der späte Schneefall im April für all die hohen Berge einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass wir den Passubio und Stivo auf ein andermal verschieben müssen.

Wir haben abermals eine schöne, trainingsreiche Woche mit vielen kulinarischen Highlights und ohne Unfälle verbringen dürfen.



Die Gardatruppe 2004

- Steffi B., der der Capmi mit r. schreibt!

- Heinz I., Mr. Saddlekiller

- Charly F., Mr. 2000 Hm pro Tag

- Andi, der der immer 4 Gänge plus Riegel isst

- Dr. Urs G., der der alles mitmacht, sei es noch so Scheizen!

- Tschügge K., dessen Helm hat einen Wasserschaden!

- Philippe M., der der immer hinten fährt, .... einer muss ja ;o)




Anmerkung Redaktion:

Empfohlen sind die beiden Bike-Führer von Moser 'Gardasee1 (11)' und 'Gardasee2 (12)'.

Touren Vorschläge:

1. DSC 10002 - 10006 / Richtung Altissimo (Tour Nr. 42)

2. DSC 10007 - 10010 / Tremalzo 2 (Tour 25), Alternative: Tremalzo 3 (Tour 31)

3. DSC 10020 - 10028 / Pasubio (Tour 21)


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